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11. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

PMS-Systeme im Vergleich 2026: Mews, Apaleo, OPERA Cloud, protel & Co.

Welches Property Management System passt zu welchem Hotel? Elf PMS-Systeme nüchtern verglichen — Zielgruppe, Cloud oder On-Premise, Preislogik, Schnittstellen — plus die Frage, was ein PMS bis heute nicht kann.

Soft-3D-Illustration eines Hotelempfangs, in dessen Mitte ein Bildschirm mit Belegungsplan steht, umgeben von verbundenen Bausteinen für Buchung, Zimmer und Rechnung

Ein PMS (Property Management System) ist die zentrale Hotelsoftware: Es verwaltet Reservierungen, Zimmerbelegung, Gästeprofile, Rechnungen und Housekeeping — und ist die Datenquelle, an der alle anderen Systeme hängen, vom Channel Manager bis zum KI-Telefonassistenten. Dieser Vergleich ordnet die wichtigsten PMS-Systeme für den deutschsprachigen Markt ein: für wen sie gebaut sind, wie sie abrechnen und wie offen ihre Schnittstellen sind. Stand: September 2026.

PMS-Systeme im Überblick

SystemZielgruppeBetriebPreislogik (öffentlich?)SchnittstellenHerkunft
Mewsalle Größen, Fokus Individualhotels, Gruppen, HostelsCloudPakete Essentials/Advanced/Enterprise, individuell nach Zimmer- und Nutzerzahloffene API, Marketplace mit über 1.000 IntegrationenPrag, seit 2012
ApaleoIndividualhotels und Gruppen, API-firstCloudlaut Vergleichsportalen ca. 8 € je Zimmer/Monat, Mindestumsatz ca. 400 €/MonatApaleo Store, über 200 AppsMünchen, seit 2017
Oracle OPERA CloudKetten und große HäuserCloud (Oracle Infrastruktur)nicht öffentlichOracle Hospitality Integration PlatformUSA
protel (Planet)Individualhotels, Ketten, ResortsCloud, On-Premise oder hybridnicht öffentlichüber 1.200 IntegrationspartnerDortmund, seit 1994, seit 2022 Teil von Planet
SIHOTmittel bis groß, Resorts, Ketten, CampingCloud, On-Premise oder hybridnicht öffentlichAPI-basiertSaarland, seit 1986, Datenhaltung in DE/EU
CloudbedsIndividualhotels und Hostels, 10–200 ZimmerCloudlaut Vergleichsportalen ab ca. 15 US-$ je Zimmer/Monat, Mindestgebühr je Hauseigener Marketplace, offene APISan Diego, seit 2012
Clock PMS+Boutique, Extended Stay, ResortsCloudlaut HotelTechReport ca. 250–810 €/Monat je nach GrößeREST-APIBulgarien
Little Hotelier (SiteMinder)kleine Häuser, 1–30 ZimmerCloudab ca. 29–39 US-$/Monat zzgl. 1 % BuchungsgebührSiteMinder-ÖkosystemSydney
SmoobuFerienwohnungen, kleine ObjekteCloudab ca. 13 €/Monat je ObjektbegrenztBerlin, seit 2014
Lodgit DeskPensionen, kleine und mittlere BetriebeCloud (früher Desktop)nicht öffentlichbegrenztLeipzig, seit 1996
HS/310–200 Zimmer, DACHklassisch On-Premise, Migration zu Mews wird angebotennicht öffentlichbegrenztDeutschland, seit 2024 Teil von Mews

Quellen: Anbieter-Websites, HotelTechReport, hoteltechinsight, Stand 09/2026. Wo kein öffentlicher Preis existiert, steht „nicht öffentlich" — wir raten nicht.

Cloud oder On-Premise: die eigentliche Weichenstellung

Der Markt hat sich entschieden: Global entfielen 2025 rund 65 % des PMS-Marktvolumens auf Cloud-Systeme (Mordor Intelligence), und alle Neuentwicklungen der letzten zehn Jahre — Mews, Apaleo, Cloudbeds, Clock — sind reine Cloud-Produkte. Die klassischen DACH-Systeme protel und SIHOT bieten beides an; HS/3 wird aktiv in Richtung Mews-Cloud migriert.

Was das praktisch bedeutet:

  • Cloud-PMS laufen im Browser, Updates kommen automatisch, die Schnittstellen sind in der Regel offen dokumentiert. Dafür zahlen Sie laufend pro Zimmer oder Paket, und Sie sind auf eine stabile Internetverbindung angewiesen.
  • On-Premise-PMS laufen auf einem Server im Haus. Sie kontrollieren die Daten physisch, tragen aber Wartung, Backups und Updates selbst — und viele ältere Systeme haben keine offene API, was jede moderne Integration zur Projektarbeit macht.

Für ein Haus, das in den nächsten Jahren digitale Mitarbeiter, Online-Check-in oder einen KI-Telefonassistenten anbinden will, ist die Schnittstellenfrage wichtiger als der Monatspreis.

Was kostet ein PMS?

Bei Cloud-Systemen liegen die Einstiegspreise laut Vergleichsportalen typischerweise zwischen 8 und 15 € je Zimmer und Monat; sehr große Häuser handeln teils 5–8 € aus. Ein 40-Zimmer-Haus rechnet also grob mit 300–600 €/Monat für das Kernsystem — zuzüglich Modulen wie Channel Manager, Booking Engine oder Zahlungsabwicklung, die je nach Anbieter enthalten oder separat sind. Bei Enterprise-Systemen (OPERA Cloud, protel, SIHOT) gibt es keine Listenpreise; hier entscheidet das Angebot, meist mit Einrichtungs- und Schulungspauschalen.

Der teuerste Posten ist selten die Lizenz, sondern der Wechsel: Datenmigration, Schulung, die Wochen mit Parallelbetrieb. Deshalb lohnt sich der Blick auf das, was ein System in fünf Jahren können muss, nicht nur heute.

Die vier Fragen vor der Entscheidung

  1. Wie viele Systeme müssen andocken? Channel Manager, Booking Engine, Kasse (TSE), Türschlösser, Gästekommunikation. Je länger die Liste, desto wichtiger ein Marketplace mit fertigen Anbindungen — Mews, Apaleo und Cloudbeds sind hier am weitesten.
  2. Wer pflegt das System? Ein Enterprise-PMS braucht jemanden, der es beherrscht. Für Häuser ohne eigene IT ist ein Cloud-System mit klarer Oberfläche meist die bessere Wahl.
  3. Wo liegen die Daten? DSGVO verlangt keinen deutschen Server, aber einen sauberen Auftragsverarbeitungsvertrag und transparente Hosting-Standorte. SIHOT wirbt ausdrücklich mit Datenhaltung in Deutschland/EU; bei US-Anbietern lohnt der Blick in den AV-Vertrag.
  4. Wie offen ist die API? Fragen Sie konkret: Gibt es eine dokumentierte Schnittstelle, die ein Drittsystem Verfügbarkeiten lesen und Buchungen anlegen lässt? Ohne das bleibt jede Automatisierung an der Oberfläche.

Was ein PMS nicht kann: der Gäste-Layer

Ein PMS verwaltet Zimmer. Es spricht nicht mit Gästen. Das Telefon klingelt am Empfang, die WhatsApp-Nachricht landet auf einem Diensthandy, die Anfrage-Mail wartet im Postfach — und keiner dieser Kanäle weiß, was das PMS weiß. In einer Gastfreund-Erhebung mit 312 Betrieben wurden über 50 verschiedene PMS genannt, die häufigste Kritik: fehlende Schnittstellen.

Genau hier setzen digitale Mitarbeiter an. Felix, die digitale Rezeptionskraft von HostUpp, arbeitet direkt in Mews und Apaleo: Er liest Verfügbarkeiten in Echtzeit, nimmt Reservierungen am Telefon, per Web-Chat, WhatsApp und E-Mail auf und legt sie im PMS an — dokumentiert und rund um die Uhr (Details: PMS-Anbindung, Rechte je Stelle). Anbindungen an OPERA Cloud und Planet/protel sind in Vorbereitung; bis dahin arbeiten die Stellen ohne Schreibzugriff neben jedem PMS. Was das für Ihr Haus rechnerisch bedeutet, zeigt der ROI-Rechner.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PMS, Channel Manager und Booking Engine?
Das PMS ist das Betriebssystem des Hotels (Reservierungen, Zimmer, Rechnungen). Der Channel Manager verteilt Preise und Verfügbarkeiten an Portale wie Booking.com. Die Booking Engine ist das Buchungsmodul auf Ihrer eigenen Website. Viele Cloud-PMS bündeln alle drei.

Welches PMS ist das beste für kleine Hotels?
Für Häuser unter 30 Zimmern sind Little Hotelier, Smoobu, Lodgit oder die Kleinbetriebs-Angebote von Mews und Cloudbeds gedacht. Mehr dazu ab dem 14. September hier im Blog im Ratgeber „Hotelsoftware für kleine Hotels“.

Muss ein PMS in Deutschland gehostet sein?
Nein. Die DSGVO verlangt eine rechtmäßige Verarbeitung mit AV-Vertrag und, bei Drittlandtransfer, geeignete Garantien. Deutsche oder EU-Hosting-Optionen vereinfachen die Bewertung, sind aber keine Pflicht.

Wie lange dauert ein PMS-Wechsel?
Bei Cloud-Systemen mit Migrationsprogramm typischerweise vier bis zwölf Wochen inklusive Datenübernahme und Schulung; Enterprise-Projekte dauern länger. Planen Sie den Wechsel in die Nebensaison.

Funktioniert ein KI-Telefonassistent mit jedem PMS?
Antworten geben kann er neben jedem System. Verfügbarkeiten prüfen und Buchungen anlegen kann er nur mit einer echten Integration — bei HostUpp aktuell Mews und Apaleo.

Stand: 4. September 2026. Preisangaben zu Drittanbietern laut deren Websites und Vergleichsportalen; Irrtümer vorbehalten, Korrekturen gern an info@hostupp.ai.

Björn Ullrich, Co-Founder & CTO von HostUpp
Björn UllrichCo-Founder & CTO

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